GALERIE LINDNER WIEN

 

 

 

 

 

 
                       
Maria Vill   Maria Vill   Maria Vill   Maria Vill          
                       
                       

Maria Vill: 10. 01. - 22. 02. 2002

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geboren 1956 in Lienz
seit 1991 ausschließlich Arbeiten mit dem Buchstaben A

 

Heiinz Gappmayr schreibt in dem anläßlich zur Ausstellung erscheinenden Katalog:

Die Zeichnungen von Maria Vill sind nicht Skizzen oder Vorstufen für ihre Acrylbilder, sondern eigenständige Werke, Resultate ihres Bestrebens nach einer optimalen Reduktion der Mittel. Sichtbar werden dabei neue Aspekte ihres künstlerischen Konzepts. Das Versal-A tritt als sprachliches Zeichen etwas zurück, doch bestimmt es unabhängig davon als kompositorische Grundform dennoch die
Bildstruktur. Im Unterschied zu den klar abgegrenzten Bildern in Acryl geht es der Künstlerin bei ihren Bleistiftzeichnungen vor allem um den Übergang von Sichtbarem ins Offene des Umraums. Das A, losgelöst von seinen Funktionen, ist formal von größter Variabilität. Durch die Signifikanz seiner Konstruktion eignet es sich in besonderer Weise als Thema für Veränderungen. Die Entfernung von der
ursprünglichen Form bestimmt die Qualität der Werke von Maria Vill. Charakteristisch für die Zeichnungen ist die Verfremdung des Buchstabens bis zur Verselbständigung der Strukturen. Zu den konstitutiven Eigenschaften des konventionellen Zeichens für den ersten Buchstaben des Alphabets gehören die pyramidale Form und im Kontrast dazu der Querbalken. In manchen Zeichnungen Vills gibt
es davon nur noch Anklänge, Fragmente und Schatten. Verlassen wird die sprachliche Funktion des Zeichens, hervorgehoben wird die künstlerisch relevante Struktur der Form durch Akzentuierung von Details oder durch Weglassen wesentlicher Teile des Buchstabens. Dieser setzt sich nicht von der Fläche ab, sondern wird eins mit dem Bildraum. Zum Verständnis der künstlerischen Intentionen Maria
Vills ist gerade dieser Umstand wichtig. Die Entgrenzung des Sichtbaren ins Unendliche korrespondiert mit der kristallinen Form des Buchstabens. Die Voraussetzungen dieser Zeichnungen, die im Katalog in Originalgröße abgebildet sind, zielen auf Immaterialität. Die Wirklichkeit des leeren Raumes wird erfaßt erst durch die Zurücknahme und das Verschwinden des in zartesten Schraffuren Wahrnehmbaren, aber nicht abstrakt, sondern in jeweils bestimmten unaustauschbaren Formen, die sich auf den Anfang des
Alphabets beziehen. Das durch Konventionen geprägte Zeichen, das für besondere Inhalte auch alleine stehen könnte, im allgemeinen aber nur in der Reihung mit anderen Schriftzeichen, je nach der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Sprache komplexe Informationen vermittelt, ist in wechselnder Deutlichkeit präsent. Selbst dort, wo es ohne Kontext kaum mehr zu erkennen ist, verweist die Struktur
doch auf die Herkunft des Buchstabens. Dies unterscheidet die Zeichnungen und Bilder der Künstlerin von gegenstandslosen Arbeiten, die sich nur auf bildimmanente Farben, Tonwerte und Proportionen beziehen.

 

EINZELAUSSTELLUNGEN:

1997 Galerie Orms / Innsbruck (Malerei) (Katalog)
2000 Kunstpavillon / Innsbruck
Städt. Galerie / Lienz
2001 InnGalerie / Kufstein
2002 Galerie Lindner / Wien

 

AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN (Auswahl):

1994 Galerie Commelin / Amsterdam
1997 Art Frankfurt
Art Zürich
1998 Neue Mitglieder, Kunstpavillon / Innsbruck
editions of art / Innsbruck
1999 editions of art / Innsbruck
Oratio pro Domo / Amsterdam
2000 Mit dem A in das Jahr 2000; Museum Modern Art / Hünfeld, BRD
Kunst im Büro / Innsbruck
Tirol 2000 / Universität Innsbruck