GALERIE LINDNER WIEN

 

 

 

 

 

 
                       
Martina Aigner   Martina Aigner   Martina Aigner   Martina Aigner   Martina Aigner      
                       
                       

Martina Aigner: focussing on infinite, 09. 12. 2004 - 21. 01. 2005

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1959 geboren in Breisach am Rhein (Süddeutschland)
naturwissenschatlich-technische Ausbildung und Tätigkeit in Deutschland und Österreich, parallel dazu intensive
Beschäftigung mit Malerei und Plastik
1985 Übersiedlung nach Wien
Mitglied der IGBildendeKunst seit 1995
Lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich

 

Im Werk von Martina Aigner besteht zwischen künstlerischem Konzept und der Herstellung des Bildes eine besondere Beziehung. Aus der Verwendung einer Rakel und dünnflüssiger Ölfarbe entwickelt die Künstlerin Strukturen, die auf eine andere Weise kaum zu realisieren sind. Die Methode bleibt dem Betrachter verborgen. Die Konsistenz der Farbe und die technischen Möglichkeiten im Gebrauch der Rakel sind Voraussetzungen ihrer Arbeit.
Martina Aigner reduziert die Farben, von Ausnahmen abgesehen, auf Schwarz und Weiß.
Zu betrachten sind diese Reihungen von fiktiven Gehäusen und Flächenteilungen, diese Netze und Konglomerate, Vertikal- und Horizontalstreifen aber unabhängig von ihrer Entstehung. Thematisiert ist nicht der Vorgang der Produktion.
In den Bildern Martina Aigners wird Kleinteiligkeit umgesetzt in Unendliches. Das Ausschnitthafte impliziert Grenzenloses. Der Blick verliert sich in der Struktur des Bildes ohne ein assoziatives Umfeld. Die Präsenz des Raumes benötigt eine inhaltliche Erweiterung nicht. Die Bedeutung der Arbeiten liegt in ihrer Faktizität und nicht im Symbolischen oder im Vergleich mit Formen außerhalb der Kunst.
Die Künstlerin vermeidet jeden Schematismus. Immer wieder erfindet sie neue Strukturen in senkrechten oder waagrechten Lineaturen und Abgrenzungen. Die Flächen werden belebt von Schattierungen, die durch die Verteilung der Farbe im Prozess der Herstellung entstehen.
Martina Aigner verweist selbst auf den asketischen Aspekt ihrer Kunst, auf die reduzierten Farben, auf die „Ökonomie“ der konstituierenden Elemente ihrer Bilder. Umso erstaunlicher die Fülle, die aus dieser Abwehr des Opulenten sichtbar wird, nicht zuletzt durch den Abstand zu mikroskopischen Strukturen der Natur. Ihre Arbeiten sind keine minimalistischen Wiederholungen organischer Gebilde. Die Qualität ihrer Bilder zeigt sich gerade in dieser Differenz zu Formen, die es bereits gibt. Signifikant für ihr gesamtes Werk ist die Aufhebung planimetrischer Glätte durch eine reliefartige Plastizität, die den Bildraum in dynamische Spannung versetzt. Vertikale und Horizontale, Überschneidungen, Instabilität und Straffung, räumliche Tiefe und Unabgegrenztheit erscheinen hier als bildbestimmend in voller künstlerischer Intensität.
Heinz Gappmayr