GALERIE LINDNER WIEN

 

 

 

 

 

 
                       
Viktor Hulik   Viktor Hulik   Viktor Hulik   Viktor Hulik          
                       
                       

Viktor Hulik: neue Arbeiten, 17. 02. - 18. 03. 2005

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geboren 1949 in Bratislava, SK
1968-1974 Studium an der Akademie in Bratislava
Ausstellungsmacher und Leiter der Galerie Z in Bratislava

 

Viktor Huliks Arbeitsprozesse entwickeln sich vom Bekannten zum Unbekannten, vom Gegebenen zur Erfindung. Haben anfangs mit Hilfe der Collage-Technik Verschiebungen von Bildpartien und präzise ausgeschnittene Details einfache Landschaftsdarstellungen verändert, verfremdet und schließlich in Frage gestellt, so hat der Künstler danach konsequent den Weg zu abstrakten Kompositionen fortgeführt, indem er den Naturabbildern eigenständige Strukturen und freie Formen aus gleichem Ausgangsmaterial entgegengesetzt hat. Die Konfrontation zwischen Reproduktion und collagierten Elementen hat neue Motive, neue Eindrücke, vor allem aber neue Räume und neue Zusammenhänge bewirkt. Viktor Hulik hatte Methoden gefunden, die mikro- und makrokosmischen Prozessen entsprechende Bildfolgen liefern.
Zu Viktor Huliks inspirierenden Erfindungen gehören die Gliederung und Auflösung eines Wandobjekts in mobile Elemente. Im geordneten Ausgangszustand, als Abbild einer Landschaft, haben diese Objekte Kraft zur Provokation: Der Betrachter fühlt sich herausgefordert, die mobilen Elemente zu bewegen und die Objekte zu verändern. Nichts wird hinzugefügt, nichts wird beseitigt, dennoch entstehen immer neue Ansichten, die kaum wiederholbar sind Sie ergeben jeweils neue und ganz unterschiedlichen Stimmungen angepaßte Motive. Denn die gleich großen Elemente schaffen einen offenen, dennoch sichtbaren Rhythmus, der innerhalb des chaotischen Zustandes eine strukturelle Konstante ist.
In seinen Computer-Grafiken hat Viktor Hulik diese Arbeit fortgeführt. Er verzichtet auf eine erkennbare Beziehung zur Landschaft und konzentriert sich auf Strukturelemente wie Linien und Gefüge, die als Bauteile der Komposition dienen. Schritt für Schritt, Arbeitsgang für Arbeitsgang entwickelt der Künstler aus jedem einzelnen Motiv neue Kompositionen durch Variation, Wiederholung, Reduktion bis zur Komprimierung einzelner Formen zu großen Flächen..
Huliks Arbeitsweise ähnelt der eines Ingenieurs am Computer, der etwas entwirft, ohne die Verbindung zur Realität und zur Natur aufzugeben. Nicht Utopien, sondern Strukturen und ihre Varianten sind das Forschungsfeld dieses Künstlers, der, indem er das Gegensätzliche von Ordnung und Chaos von Stillstand und Bewegung sichtbar zu machen als vordringliche Absicht auffaßt, zu den fundamentalen Konditionen des Lebens vorstößt und diese in bildhafte Sprache umzusetzen sucht. Seine Grafiken basieren auf geometrischen Strukturen, die in Bänder und Flächen variiert und in neue Formen verwandelt werden.
Jürgen Weichardt