GALERIE LINDNER WIEN

 

 

 

 

 

 
                       
Anna Gerlitz   Anna Gerlitz   Anna Gerlitz   Anna Gerlitz          
                       
                       

Anna Gerlitz: Installation und Malerei, 23. 03. - 28. 04. 2006

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Anna Gerlitz schreibt über ihre Installation:

Achse 6 nennt sich eine dreiteilige Installation für den Hauptraum der Galerie Lindner. Achsen sind raumbezogene Arbeiten, die sich mit gegebenen Strukturen eines Ortes auseinandersetzen und durch Markierungen bestimmter Punkte die Aufmerksamkeit der BetrachterIn auf deren (die) räumliche Erfahrbarkeit lenken. Seit 2003 sind Achsen Teil meiner künstlerischen Arbeit.
Ausgehend vom Fenster neben dem Eingang der Galerie und dem kleinen Büroraum auf der anderen Seite führen zwei Wege in den Mittelraum. Sie kreuzen sich dort und enden vor einer Wand beziehungsweise vor einem der beiden Fenster. Geht man von einem Ende der Galerie zum anderen, durchschreitet man dabei drei Durchgänge und biegt am beschriebenen Kreuzungspunkt ab, um den Weg weiterzuführen. An den Endpunkten der Achsen im Hauptraum befinden sich drei weiße Quader, die die Größe(die Maße) der Durchgangsvolumen nachbilden.. Die vier Seiten der einzelnen Körper ergeben sich aus lackierten Holzplatten, die an den Kanten miteinander verleimt sind.


Über Ihre Malerei schreibt Katharina Gsöllpointner:

Die "Reduktion des Tafelbildes auf die relativ undifferenzierte Oberfläche", wie dies Clement Greenberg 1965 formuliert hatte, wurde vor allem von den Usamerikanischen Künstlern Barnett Newman, Mark Rothko und Ad Reinhardt geprägt. Diese Auseinandersetzung mit der Malerei war wesentlich von einem spirituellen Bedürfnis geprägt, das sich etwa monochromatisch bloss noch der Farbe als Thema widmete: beim Europäer Yves Klein und anderen noch als Materie in Form von Öl, Pulver oder sonstigen Malmaterialien eingesetzt, hat vor allem Newman mit seiner Arbeit "Onement I" bereits 1948 die Malerei der abstrakten Moderne in Richtung eines meditativen und aufs Transzendentale gerichteten Aktes künstlerischer Praxis geführt, die dann im besonderen von Ad Reinhardt spezifiziert wurde.

Das Immaterielle der Farbe, das im und aus dem Licht entstehende "Bild" ist auch bei Anna Gerlitz wesentlicher Punkt ihrer Malerei. Sie schliesst an diese Tradition besonders dort an, wo etwa Hans Bischoffshausen eine Arbeit mit "Energiefeld" betitelt: das 1962 entstandene Bild thematisiert noch in quasi mimetischer Form den Energie-Fluss von Materie. Neben Entmaterialisierung, Immaterialisierung und dem energetischen Aspekt bleibt auch das Materielle des Bild-Objektes selbst als Leinwand mit Ecken und Kanten - stets Thema von Gerlitz' Malereien.

Immer wieder beschäftigt sich die Künstlerin über lange Zeiträume hinweg mit den Wirkungen bloß einer Farbe: einmal ist es Orange, dann Sandfarbe, dann wieder Rosa. Sie lässt "Farbklänge" entstehen und schliesst somit direkt an wahrnehmungspezifische Themen in der Kunst-Rezeption an. Synästhetische Reize klingen an und lösen bei den BetrachterInnen unterschiedliche Wahrnehmungen von Farbe, Licht und dem "Umgebungsraum" (Gerlitz) aus. Die Farbfrequenzen selbst spielen sich bloß noch im "immateriellen" Raum des Quantenbereichs ab, wirken aber massiv auf die uns umgebenden Räume und Welten.

 

geboren 1967 in Graz
1991–1997 Universität für angewandte Kunst Wien, (Meisterklassen Tapisserie, freie Graphik und Bildhauerei)
lebt und arbeitet in St. Radegund, Steiermark


AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2007 gelbe Schlange, Installation im öffentlichen Raum, Künstlerhaus, Wien
2007 Mondial, KunstGarten, Graz
2008 Spalier, Minoriten Galerien, Graz
2006 Galerie Lindner, Wien
2004 Spiegelungen, Gemeinschaftsarbeit Installation und Klang
Bernhard Kathan hidden museum, Fraxern
2004 einsehen, Edition und Galerie Hoffmann, Frankfurt am Main
2001 moving out, mumok, Museumsquartier, Wien (Katalog)
1998 1:25, Galerie cult, Wien
1997 Erde, steirischer herbst, K.U.L.M., Pischelsdorf
1993 Degenhardt - Gerlitz - Marte - Shen - Schweizer
Galerie ON, Poznan, Polen (Katalog)
1992 gefährliche Architektur, Universität für angewandte Kunst Wien

PROJEKTE UND RAUMBEZOGENE ARBEITEN

2005 Zeitpunkte - Kunst im öffentlichen Raum, Krems
2003 Taste 0-20. Achse, eine Installation in zwei Teile, Kunst im öffentlichen Raum, Wien
1999 arttraffic (Kunst aus dem Automaten), Wien (Katalog)

PREISE

1998 1. Österreichischer Garten-Skulpturenpreis
Young Sculpture, Galerie Kunsttreff Küniglberg Kossdorff, Wien