GALERIE LINDNER WIEN

 

 

 

 

 

 
                       
Thomas Mükisch: Temperierte Stimmung   Thomas Mükisch: Temperierte Stimmung   Thomas Mükisch: Temperierte Stimmung   Thomas Mükisch: Temperierte Stimmung   Thomas Mükisch: Temperierte Stimmung      
                       
                       

Thomas Mükisch: Temperierte Stimmung, 09. 09. - 01. 10. 2010

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1969 geboren in Salzburg
lebt und arbeitet in Salzburg

 

Ausstellungen und Beteiligungen (Auswahl)

1994 The Multi Media Arts Gallery, New York
1995 Galerie der Stadt Salzburg
1998 Galerie 5020, Salzburg
1999 “space degrees”, Galerie Station 3, Wien
2003 Österreichisches Kulturforum, Tokio
2006 “NÄHE FERNE“, Deutschvilla, Strobl, Salzburg
2010 Museum in der Fronfeste, Neumarkt/Wallersee

 

Wie ist die Temperatur eines Bildes?

Eine Fragestellung, die bei der Betrachtung sogenannter radikaler, konkreter oder monochromer Malerei von großem Interesse sein kann, zielt doch diese Form einer Zuspitzung des abstrakten Bildes
auf mehr als die bloße Darstellung des Materials am Nullpunkt.
Dass Bilder auch eine Temperatur haben können, muss dabei nicht unbedingt heißen, dass ihre Temperierung nur symbolische Vorspiegelung für den willigen Betrachter sein muss. Mit seinen Bildtafeln untersucht Thomas Mükisch im materiellen Sinne die Temperaturen, denen eine Bildtafel ausgesetzt sein kann.
Hierzu verwendet er sogenannte Thermomelt-Kreiden, die auch im Bereich der Hochofentechnik angewandt werden, um bestimmte Temperaturzustände am Schmelzofen zeichenhaft sichtbar werden
zu lassen, in dem der Kreidestrich bei entsprechend angestiegener Hitze sich zu verflüssigen beginnt.
Temperaturverlauf auf einer mit dem Scheifmittel Siliciumkarbid beschichteten Tafel anzuzeigen, die er an von ihm bestimmten Stellen den Sonnenstrahlen und dem damit verbundenen Temperaturanstieg
aussetzt.
Darauf bringt er schließlich in ruhigen Streichbewegungen die Thermomelt-Kreide auf, die sich an der erwärmten Stelle in ihren flüssigen Zustand versetzt. Der Zufall des Kreideauftrags und die kalkulierte Physik der Temperaturerwärmung eines partiellen Bereichs der Bildtafel gehen dabei eine fast alchemistische Verbindung ein, die das malerische Material nicht nur in zwei Aggregatzustände überführt - fest und flüssig - sondern den Verlaufsprozess wie auf einer Art fotografischen Platte einschreibt.
Text von Bernd Künzig (Auszug), Katalog "Temperierte Stimmung", 2010