GALERIE LINDNER WIEN

 

 

 

 

 

 
                       
David Rabinowitch   David Rabinowitch   David Rabinowitch   David Rabinowitch          
                       
                       

 

DAVID RABINOWITCH

 

Geboren 1943 in Toronto, Kanada
Studium an der Universität von West-Ontario, Naturwissenschaften und englische Literatur
1974–75 Lehrtätigkeit an der Yale Universität
1982 Dokumenta 7 in Kassel
1984 Berufung an die staatliche Kunstakademie Düsseldorf als Professor für Bildhauerei

Lebt in New York

 
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Seit 1968 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in bedeutenden Galerien und Museen in Nordamerika und Europa, zahlreiche Veröffentlichungen und Kataloge.

David Rabinowitch ist als Bildhauer bekannt geworden, doch immer schon war ihm auch die Zeichnung ein besonderes Anliegen. So gibt es einen Zyklus von Zeichnungen romanischer Kirchen und einen im Jahr 1972 entstandenen von Bäumen im Central Park. Über die in den Jahren 2002 –2004 entstandene Altan Group, die aus 3 Mappen mit insgesamt 13 handgedruckten Holzschnitten auf Japanpapier besteht, schreibt Georg Imdahl:

Es liegt auf der Hand, dass sich die Gattung Holzschnitt naturgemäß an dem Gegenstand Baum besonders glaubwürdig einsetzen lässt. Was man in diesen Blättern wohl zuerst sieht, ist die Schönheit von Farbe und Licht. Offensichtlich ist der Anspruch in den Blättern der „Altan Group“, im Unterschied zu den Sakralbauten nun ausdrücklich kontingente Ordnungen der Welt zum Ausgangspunkt zu nehmen für Ordnungen, die sich auf der Fläche formulieren lassen. Spontan kann man in manchen dieser Blätter Umrisse, Formen, Figurationen ausmachen, die man so oder ähnlich auch in den Bodenskulpturen antreffen könnte. Es bereitet wenig Mühe, sich etwas eingehender in diese Blätter einzusehen, so dass man das Motiv „Baum“ alsbald übersieht. Dieses Hinwegsehen über den Gegenstand, das nur noch ein formales Figur-Grund-Verhältnis zum Vorschein bringen würde, ist aber in den Holzschnitten nicht dogmatisch angelegt. Ich denke, es geht auch in diesen Blättern um Ordnungen und Subordnungen, die, je länger man hinsieht, sich von dem Naturhaften lösen. Das Gesehene wird abstrakt, autonomisiert sich. Zugleich wird der Blick in manchen der Blätter wie zum Beispiel in jenem der Einladungskarte gereizt durch eine Ornamentik, von der das unschuldige Auge letztlich ja gar nicht weiß, wie streng abbildlich sie eigentlich gefasst ist – ja, ob es sich überhaupt um einen 1:1 wiedergegebenen Eindruck handelt. (Mich erinnert dieses Blatt übrigens ein bisschen an den jungen Mondrian, der in Baumansichten ebenfalls Ornament und Konstruktion miteinander verbunden hat in dem Versuch, Ordnungen in der Natur und im Zufälligen, Übergänglichen zu entdecken, um diese dann von der Natur abzukoppeln). Im Oszillieren zwischen dem abbildlichen Sujet des Baumes und der Autonomie der Formen und Umrisse zeigt sich eine wesentliche Erfahrung der „Altan Group“. Was wir wahrnehmen, scheint sich in einem Zwischenraum von Gegenstand und konkreter, selbstgenügsamer Form abzuspielen.